Schnauzenfieber auf Trash Island

Es war klar, dass ich gleich zum Start von „Isle of Dogs – Ataris Reise“ ins Kino musste.

Gleich vorneweg: „Isle of Dogs“ von Wes Anderson ist spannend, politisch, skurril und nicht nur für Menschen die Hunde lieben.

Zum (technischen) Hintergrund:
Der Film ist eine witzige Mischung aus Puppentrick- und Animationsfilm, der in einem aufwändigen Stop-Motion-Verfahren gedreht wurde. Jede Szene wurde mit Puppen in Kulissen nachgestellt. Dann Bild um Bild um Millimeterbruchteile verändert, sodass beim Abspielen der Eindruck fließender Bewegungen entsteht. Hunderte von Puppen wurden dafür hergestellt, jede mit auswechselbarer Stirn, mit auswechselbaren Lefzen, mit auswechselbarem Oberkiefer … die Fellbezüge handgemacht und anschließend liebevoll zerfleddert. Die Menschen tragen handgeschneiderte fantastische Kostüme. Der Film ist durchdacht bis ins kleinste Detail. Und nicht nur die Hunde und Menschen (die Reihenfolge ist bewusst gewählt, denn in diesem Film sind die Hunde, die besseren Menschen), auch die zerstörte Landschaft in der sie sich bewegen – einem apokalyptischer Albtraum gleich. (mehr …)

Weitwind

München zwischen den Jahren. Zu spät, um mit den Hunden irgendwohin rauszufahren und trotzdem Lust auf Weite. Musik im Kopf und Lust aufs Filmen. Schließlich ist da auch noch das Weihnachts-Gimbal, das unbedingt ausprobiert werden will ;-).  Angekommen im Ostteil der Fröttmaninger Heide pfeift uns der Wind ein Lied und pustet uns kräftig durch.

Nach ein paar Schritten über die seltsam anmutende Heidelandschaft mitten in München wird der Kopf frei – und das Kino im Kopf kann beginnen.

https://vimeo.com/251041696

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Die Welt der Gerüche

Also ich habe selten ein wissenschaftliches Fachbuch gelesen, dass so verständlich und wunderbar lesbar geschrieben ist. Dazu über 40 Seiten Quellenverzeichnis! Da schlägt mein Bibliothekarinnenherz gleich höher 😉 Frank Rosell, Professor für Verhaltenskunde an der Universität Telemark in Norwegen schafft es aktuellste Fakten, Studien und Daten hochspannend zu verpacken. (mehr …)

Menschen wie wir

Oder: Weimeraner brauchen keine Streicheleinheiten fürs Ego

Mal wieder im Museums-Shop gewesen. Kunstwerk entdeckt. Kunstwerk? Das ist doch ein Buch. Kunst zwischen Buchdeckeln eben.

Fast jeder von euch kennt das eine oder andere Foto von William Wegman und seiner tierischen Models. Oder seine Videos. Oder hat Sesamstrasse geguckt.

© William Wegman / courtesy Schirmer/Mosel

© William Wegman / courtesy Schirmer/Mosel

 

 

 

 

 

 

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Hunde! Das macht der sonst nie!

Zwischen Auszügen aus dem „Gehorsamkeits-Kurs-für-Fortgeschrittene“ der Walddorf-Hundeschule und 10 Sätzen, die nur für Hundebesitzer völlig normal klingen:  „Heute gibt es lecker Pansen!“ oder „Ich muss den festmachen, der riecht die Lilly von nebenan“ erhalten wir einen tiefen Einblick in das Tagebuch eines Stadthundes: „10 Uhr Frühstück: Herrchen versucht es tatsächlich wieder und stellt mir Trockenfutter hin. Haha! Nice Try! Lege mich in die Ecke, schaue traurig und ziehe die Wangen ein, um etwas ausgehungerter auszusehen. Nach zehn Minuten steht Herrchen auf und öffnet das Nassfutterdöschen mit Rotwild und Fasan. Geht doch …“

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Will sei Dank – Memoiren einer Frau mit Hund

Eigentlich lese ich sehr schnell. Manchmal zu schnell. „Will sei Dank“ von Patricia B. McConnell, Autorin des bekannten Hunde-Ratgebers: „Das andere Ende der Leine“, konnte ich nicht schnell lesen. Mehr noch: Ich brauchte Pausen. Dabei ist das Buch spannend und unterhaltsam geschrieben und liest sich sehr flüssig.
Patricia B. McConnell erzählt sehr offen über sehr schlimme Erlebnisse, die ihr Leben prägten, die sie verändert haben und die sie jahrzehntelang erfolgreich verdrängt hatte. So lange bis Will in ihr Leben trat. Ein schreckhafter, von unkontrollierbaren Ängsten erfüllter Border Collie Welpe. Patricia B. McConnell erkennt erst durch Will, dass sie in einem permanenten Panikmodus feststeckt, der sich ín einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) äussert. Ständiger Daueralarm im Kopf. Keine kognitive Kontrolle. Die kleinsten Ereignisse lösen heftige Reaktionen aus. Extreme Reaktionen, die in keinem Verhältnis zur Situation stehen. (mehr …)

Elliott Erwitt’s Dogs

Elliott Erwitt muss ich euch eigentlich nicht extra vorstellen. Jeder von euch kennt die Fotos des berühmten Fotografen, der Präsident der bekannten Fotoagentur „Magnum Photos“ war. Magnum Photos wurde 1947 von den vier Fotografen Henri Cartier-Bresson, Robert Capa, David Seymour und George Rodger in Paris gegründet. Elliott Erwitt, 1928 geboren und Sohn russischer Einwanderer, interessierte sich schon als Teenager für Fotografie und arbeitet seit den 1950er Jahren als professioneller Fotograf. Seine Fotos sind legendär. Seine journalistischen Essays, Illustrationen, Werbeanzeigen und Bücher wurden auf der ganzen Welt veröffentlicht. Er hatte zahlreiche Einzelausstellungen, unter anderem im Museum of Modern Art. Er fotografierte Marilyn Monroe und Che Guevara und …

Photo © Elliott Erwitt/Magnum

Photo © Elliott Erwitt/Magnum

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Hunde in der Kunst

Sehr oft finde ich Bücher für meinen Dog Blog in Museum-Shops oder in sehr besonderen & individuellen Geschäften, wo es ganz viel anderes, aber eben auch Bücher gibt.
Das Buch „Hunde in der Kunst“ habe ich in der Pinakothek der Moderne in München entdeckt. Verkehrt herum. Es lag dort mit der Buchrückseite nach oben. Auf dieser standen die Worte: „Dieses Buch sucht ein Zuhause“.
Ein Zuhause hat es bei mir gefunden. Ein Gutes und eines für immer, denn ich gebe dieses von Angus Hyland & Kendra Wilson so liebevoll gestaltete Buch ganz bestimmt nicht mehr her.

© Théodore Géricault, S. 49 Tête de Bouledogue, 19. Jahrhundert.

© Théodore Géricault, S. 49 Tête de Bouledogue, 19. Jahrhundert.

© Daniella Lo Presti, S. 53 Die Französische Bulldogge, 2014.

© Daniella Lo Presti, S. 53 Die Französische Bulldogge, 2014.

 

 

 

 

 

 

Portraits im Angesicht der Hunde, Hunde-Portraits – zwischen Abbild und Sinnbild, Hunde-Leben, Hunde-Träume und viele zeitgenössische Liebeserklärungen. (mehr …)

Chefsachen: Rico, ein Leben als Schattenhund im Tierheim

„Tür zu, Licht aus … Ich lege mich auf mein Bett und presse die Augen zu, damit ich das nicht vorhandene Betthupferl nicht sehe. Also damit ich nicht sehen muss, dass ich nix hab. Da lieg ich nun, der Hund mit den meisten Paten (…) krank mit Rumpelbauch und ohne Essen, eingesperrt, kann mir nix selber besorgen, ausgeliefert … ich überlege mir, wie lange man das als Hund, der eh viel zu dünn ist, wohl überleben kann. Ich meine, ich habe ja keine Reserven, da geht man schneller tot. Während ich darüber nachdenke, döse ich weg … vermutlich falle ich gerade in ein Hungerkoma.
Gute Nacht euer unterzuckerter Rico“

So endet eine der vielen Sandmännchen-Geschichten vom gut genährten Rico, die Kirstin Höfer, Tierheimleiterin in Koblenz, seine allerbeste Freundin und Ghostwriterin auf Rico Koblenz Facebook-Seite postete. Aus einer witzigen Idee heraus und auch um auf unkonventionelle und charmante Art Spenden fürs Tierheim zu sammeln. Ricos Seite war so erfolgreich, dass aus den regelmäßig in unregelmäßigen Abständen erschienen Posts jetzt ein Buch entstanden ist. (mehr …)

Winter in Maine

Neulich habe ich bei Sätze und Schätze vorbeigeschaut und dabei das Bloggerprojekt „Der Hund in der Literatur – oder wie drei Bloggerinnen auf den Hund kamen“ entdeckt.

© Sabine Delorme

© Sabine Delorme

Begeistert von der Idee kam mir das Buch „Winter in Maine“ von Gerard Donovan in den Sinn, das ich schon vor einigen Jahren gehört habe. Es ist eines der Bücher, die man nie wieder vergisst und das zu meinen Lieblingsbüchern gehört, obwohl ich mir geschworen habe es nie mehr zu lesen, bzw. zu hören. Denn es brach mir, kurz nach dem Tod meines geliebten Hundes, zum zweiten Mal das Herz.

Ich lasse mir gerne vorlesen. Besonders wenn Roman und Vorleser zu einer so wunderbaren Einheit werden, wie beim Hörbuch „Winter in Maine“ gelesen von Markus Hoffmann. Die Sprache des Romans ist einzigartig. Hier sitzt jeder Satz, auch wenn manchmal der Wind so heftig um die Hütte weht, dass einzelne Buchstaben weg zu wirbeln scheinen. (mehr …)